Wie die Unternehmenskultur den Onboarding-Prozess beeinflusst

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2019

Die Unternehmenskultur als DNA eines Unternehmens ist ein wichtiger Erfolgsfaktor im Onboardingprozess. Sie führt zu motivierteren und produktiveren Mitarbeitern.

Die Unternehmenskultur ist wichtiger Hebel im Onboarding-Prozess. Harmoniert der neue Mitarbeiter mit seiner Persönlichkeit mit den Wertvorstellungen des neuen Unternehmens (sog. »Cultural Fit«), wirkt sich dies positiv auf seine Leistungen aus: er ist motivierter, produktiver und seltener krank. Ein Mitarbeiter, der sich mit den Werten und der Kultur eines Unternehmens identifiziert, hat zudem eine hohe Bindung an das Unternehmen, daher bleibt die Expertise des Mitarbeiters dem Unternehmen längerfristig erhalten.

Was macht die eigene Unternehmenskultur aus?

Unternehmen müssen sich zunächst mit der eigenen Unternehmenskultur intensiv auseinandersetzen. Wofür steht das eigene Unternehmen? Phrasen wie »flache Hierarchien« oder »offene Kultur« sind meist wenig aussagekräftig. Hier gilt es zunächst klar zu definieren, z. B.:

  • Wie sieht unsere Unternehmens-Identität aus, welche Mission, Vision und Ziele verfolgen wir?
  • Welche Werte, Grundsätze und Regeln gelten im Unternehmen?
  • Welchen Führungsstil pflegen wir?
  • Wie arbeiten und kommunizieren wir miteinander?
  • Wie sieht unsere Organisationsstruktur aus?

Infobox: Unternehmenskultur und Subkulturen

Passung zum Unternehmen: Cultural Fit

So trägt eine bestimmte Company Culture, die auch nach außen sichtbar ist und kommuniziert wird, stark dazu bei, welche Art von Mitarbeiter sich beim Unternehmen bewerben und auch längerfristig dabei bleiben. Der Cultural Fit ist einer der wichtigsten Gründe für den Verbleib beim Arbeitgeber - so das Ergebnis einer von Glassdoor durchgeführten Studie. Mehr als drei Viertel aller dort Befragten gaben an, sich vor einer Bewerbung genau mit der Unternehmenskultur auseinanderzusetzen.

Meist hat der Cultural Fit mit sozialen Kompetenzen und den gelebten Arbeitsweisen zu tun. Sind diese Grundsätze im eigenen Unternehmen klar definiert, lässt sich dies schon im Rekrutierungsprozess kommunizieren und dann auch im Auswahlprozess als Kriterium festlegen. Ist der passende Kandidat dann rekrutiert, gilt es, ihn im Onboarding-Programm an die im Unternehmen vorherrschende Unternehmenskultur heranzuführen und möglichst schnell zu integrieren.

5 Tipps, wie Sie neue Mitarbeiter an die Unternehmenskultur heranführen

Tipp 1: Recruiting und Onboarding müssen ineinander greifen

Achten Sie schon beim Recruiting neben den fachlichen Qualifikationen auf die Passung zwischen künftigem Mitarbeiter und den Wertevorstellungen und Arbeitsweisen des Unternehmens. Entscheidend dabei ist:

  • Welche Werte und Arbeitsweisen sind dem Kandidaten wichtig und warum?
  • Passt dies zu den Werten und Arbeitsweisen des Unternehmens?
  • Findet er dies im potenziellen Team wieder?
  • Stimmen diese Werte nicht überein, ist ein erfolgreiches Onboarding sehr mühsam und wenig erfolgversprechend.

Tipp 2: Buddy als Vermittler

Die spätere Leistung eines Mitarbeiters wird nicht nur durcheine optimale fachliche Einarbeitung bestimmt, sondern auch entscheidend durcheine gute soziale Integration in das bestehende Team und ins Unternehmen. Je besser dieser Prozess vorbereitet und durchgeführt wird, desto schneller wird sich der Mitarbeiter wohlfühlen und so die Grundlage dafür haben, gute Leistungen zu erzielen. Stellen Sie dem neuen Mitarbeiter einen geeigneten Buddy an die Seite, der ihm für alle Fragen wie z.B. zu ungeschriebenen Regeln, Umgangsformen und Gepflogenheiten zur Seite steht. Vor allem sollte der Buddy ein offenes Ohr für soziale Belange haben und gut im gesamten Unternehmen vernetzt sein.

 

Infografik: Unternehmenskultur - 5 Tipps

Tipp 3: Der Neue als Kultur-Treiber

Nicht immer sollen die neuen Mitarbeiter die vorherrschende Kultur bewahren. Befindet sich ein Unternehmen im Wandel, z.B. in der digitalen Transformation, kann es durchaus sinnvoll sein, einen neuen Mitarbeiter mit dem passenden mindset für den cultural change an Bord zu holen. Neue Mitarbeiter bringen bekanntlich „frischen Wind“ und neue Ideen mit in das Unternehmen. Führungskräfte sollten die neuen Mitarbeiter dazu ermuntern, diese Anfangskreativität für das Unternehmen einzusetzen. Das zeigt den neuen Kollegen, dass ihre Meinung geschätzt und anerkannt wird. Er kann mit neuen Ideen das bestehende Team in neue Verhaltensweisen mitziehen und so einen kulturellen Wechsel, z.B. in Richtung Agilität vorantreiben.

Tipp 4: Welcome Day zeigt einen Querschnitt durchs Unternehmen

Bei mehreren Neueinstellungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums macht es Sinn, diese Mitarbeiter bei einem gemeinsamen Welcome Day mit den Unternehmensleitlinien, der Kultur, dem Produktportfolio und allgemeinen abteilungsübergreifenden Gegebenheiten vertraut zu machen. Vertreter aus möglichst vielen Bereichen können kurz ihre Abteilung mit den wichtigsten Aufgaben vorstellen. So können Sie neue Mitarbeiter zeitsparend informieren und auf den gleichen Kenntnisstand bringen und zudem gleich miteinander vernetzen. Oft ergeben sich aus dem Welcome Day Stammtische oder andere Aktivitäten – oder sie regen das sogar mit konkreten Angeboten an!

Tipp 5: Teamevent schafft Verbundenheit

Nicht zuletzt stärkt ein gemeinsames Teamevent in der Onboardingphase das Zusammengehörigkeitsgefühl und bietet dem gesamten Team die Möglichkeit, sich außerhalb der Arbeitszeit besser kennenzulernen. Wählen Sie bewusst ein Event außerhalb des Unternehmensalltags, verbunden mit einer Aktivität, an der alle Teammitglieder teilnehmen können und sich fernab von Rollen und Aufgaben auf eine neue Art und Weise kennenlernen können.

Kostenloser Leitfaden (pdf): Kulturelle Integration neuer Mitarbeiter

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