Haufe Onboarding Studie 2020: Onboarding im Wandel

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HR hat das Thema Onboarding in den meisten Unternehmen auf der Agenda – bei der (digitalen) Umsetzung gibt es jedoch noch Optimierungspotenzial!

Die aktuelle Onboarding Umfrage war eine ganz Besondere: geplant und konzipiert haben wir sie direkt nach dem ersten Lockdown im Mai 2020 – und ahnten damals noch nicht, wie lange uns das Thema Remote-Onboarding beschäftigen würde! Teilgenommen haben wieder mehr als 500 HR-Verantwortliche aus allen Branchen und Firmengrößen. Wir wollten u.a. wissen, welche Onboarding-Maßnahmen wann genutzt werden, wie die Corona-Pandemie sich ausgewirkt hat, ob Budget zur Verfügung steht und ob digitale Tools im Onboarding-Prozess eingesetzt werden.

Onboarding ist laut Studie auf der HR Agenda angekommen

Mittlerweile treibt HR in 74% der Unternehmen das Thema Onboarding, in 10% ist es die IT o.a. Unternehmensbereiche und lediglich in 14% läuft das Thema „nur so nebenher“ mit. Das zeigt: Unternehmen können es sich schlicht und ergreifend nicht mehr leisten, der Onboarding-Experience keine ausreichende Aufmerksamkeit zu schenken – zu groß ist die Erwartungshaltung der Bewerber, Onboardees und internen Kunden (Führungskräfte, Kollegen, C-Level) an ein professionelles (digitales) Onboarding. Onboarding ist längst Pflicht-Disziplin geworden! Folgerichtig stellen mehr und mehr Unternehmen ein Onboarding-Budget zur Verfügung (Studienvergleich: 2018 waren es 10%, in 2019 noch 12%, 2020 bereits 22%) und immerhin 55% holen sich Feedback bei ihren Onboardees, um ihren Onboarding-Prozess kontinuierlich zu verbessern.

Die wichtigsten Erkenntnisse, Erfolgsfaktoren und das Sonderthema (remote) Onboarding in Krisenzeiten wurde in einem Online-Seminar vorgestellt.

Wissen allein reicht nicht – die Umsetzung beim Onboarding ist noch schwerfällig

Mehr als 90% der Unternehmen sind überzeugt, dass sie die fachliche UND soziale Integration ihrer neuen Mitarbeiter durch Onboarding-Maßnahmen deutlich verbessern konnten. Sie setzen zunehmend (80%) auf frühes Onboarding – also ein Maßnahmenbeginn mit Vertragsunterschrift. Darüber hinaus sehen die HR-Verantwortlichen auch sehr positive Effekte für ein besseres Recruiting neuer Mitarbeiter (70%) und ein stärkeres Employer Branding (80%). Dennoch bleibt eine wichtige Erkenntnis: auch in der Studie 2020 sehen noch 77% aller Befragten Verbesserungspotenzial bei ihrem Onboarding-Prozess. Zum einen fehlen immer noch Ressourcen & Budget, die Anfangsfluktuation ist nach wie vor zu hoch und lediglich 41% der Unternehmen erheben Kennzahlen im Zusammenhang mit ihrem Onboarding!

Remote-Onboarding setzt digitales Onboarding voraus!

Auch wenn der Anteil der Unternehmen, die digitale Tools für ihr Onboarding einsetzen, stetig steigt (von 6% in 2018 auf immerhin 23% in 2020), so geht die Digitalisierung der Prozesse – trotz Pandemiedruck – zu langsam vonstatten. Denn: die Corona-Krise hat als Brandbeschleuniger in Sachen Digitalisierung gewirkt, Mitarbeiter im Homeoffice können gar nicht anders als digital ongeboarded werden! Da viele informelle Einarbeitungsbausteine wie z.B. spontane Gespräche in der Kaffee-Küche, das unkomplizierte Nachfragen beim Kollegen am Nachbar-Schreibtisch, das gemeinsame Feierabendbierchen o.ä. wegfallen, braucht es Alternativangebote. Viele der befragten Unternehmen sind kreativ – wir haben Ihnen diese Ideen zusammengestellt. Lassen Sie sich inspirieren!

Einiges davon kann von HR, Führungskräften oder Kollegenschnell und unkompliziert umgesetzt werden – und trägt so zu einer weiteren Digitalisierung und Professionalisierung des Onboarding-Prozesses bei.  

Onboarding-Umfrage 2020: Onboarding im Wandel
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