Reboarding - eine Spielart des Onboardings

Bei internem Stellen- oder Projektwechsel wird das Onboarding häufig stark vernachlässigt - dabei ist auch dies für den Erfolg essentiell.

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2018

Die drei Ausprägungen des Reboardings

Wie nötig und wertvoll strukturiertes und umfassendes Onboarding ist, ist mittlerweile wohl allgemein bekannt. Dagegen wird dem sogenannten „Reboarding“, also einer gut durchdachten Einarbeitung bei

- internen Stellenwechseln,

- einem Wiedereinstieg (nach Beschäftigung bei einem anderen Arbeitgeber)

- oder einer Wiedereingliederung (nach einer längeren Elternzeit oder Krankheit)

häufig kaum Beachtung geschenkt. Hier wird oftmals davon ausgegangen, dass der Mitarbeiter ja bereits das Unternehmen kennt und ein strukturierter Onboarding-Prozess schlichtweg übertrieben oder überflüssig ist. Das ist schade, denn bei einem missglückten Einarbeitungs- und Integrationsprozess sind die Kosten bei einer (Wieder-) Einstellung von intern nicht geringer als bei einer Einstellung von extern. Und der mögliche Imageschaden ist noch größer, da der Mitarbeiter bereits sehr gut im Unternehmen vernetzt ist und seine Enttäuschung ins Unternehmen trägt.

Reboarding #1: Onboarding nach internem Stellenwechsel

Bei internem Stellenwechsel wird das Onboarding häufig stark vernachlässigt, schließlich wird davon ausgegangen, dass der Mitarbeiter Prozesse im Unternehmen und vor allem auch die Unternehmenskultur kennt und verinnerlicht hat. Das ist einerseits natürlich richtig, andererseits ist es aber so, dass gerade in großen Unternehmen und Konzernen sich die Strukturen je nach Bereich stark unterscheiden. Jedes Team hat seine eigene Teamkultur und mit jedem neuen Teammitglied beginnt die Teamfindung erneut.

Häufig ist es bei intern versetzten Mitarbeitern auch so, dass sie weniger bereit sind oder schlichtweg Hemmungen haben, Fragen zu stellen, da sie ja per se schon alles wissen (sollten). Das erschwert den Reboardingprozess und erfordert besonderes Fingerspitzengefühl von allen Beteiligten.

Im Vordergrund des Onboardings-Prozesses steht bei einem internen Wechsel die soziale Integration in das Team und die fachliche Einarbeitung. Hier kann der Vorgesetzte einen Teil der Onboarding Maßnahmen optimal an den neuen Mitarbeiter bzw. an das gesamte Team delegieren. Es liegt also mehr Verantwortung beim Mitarbeiter selbst - das unterscheidet das Reboarding eines internen Wechslers vom Onboarding eines neuen Mitarbeiters auch maßgeblich.

Reboarding #2: Onboarding ehemaliger Mitarbeiter

Auch das Reboarding ehemaliger Kollegen nach einem Wiedereinstieg wird häufig unterschätzt. In diesem Fall wird davon ausgegangen, dass dieser das Unternehmen und evtl. sogar die Tätigkeit bereits kennt. Aber hier ist Vorsicht geboten, denn Jobprofile, Abläufe und Team-/Unternehmenskultur verändern sich oft sehr schnell. Und während diese Veränderungen für Interne kaum bemerkbar sind, so sind für Wiedereinsteiger doch erhebliche Unterschiede spürbar.

Außerdem: Sollte ein ehemaliger Mitarbeiter in der Vergangenheit nicht im durchweg „im Guten“ gegangen sein, können auch Altlasten den Reboarding-Prozess stören. Daher ist es sinnvoll, bei einer Wiedereinstellung nochmal zu prüfen, welche Gründe den Mitarbeiter damals zu einem Jobwechsel bewegt haben.

Reboarding #3: Berufliche Wiedereingliederung nach Elternzeit oder Krankheit

Nicht nur angesichts des akuten Fachkräftemangels ist Reboarding auch nach der Elternzeit oder nach einer längeren Krankheit eine lohnenswerte Maßnahme. Professionelles Reboarding erhöht generell die Zufriedenheit und die Wahrscheinlichkeit, qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren sinkt.  Denn je nachdem, wie lange der entsprechende Mitarbeiter „weg“ war, kann sich auch für Rückkehrer einiges im Unternehmen/Team aufgrund einer Restrukturierung o.ä. verändert haben. Damit die Wiedereingliederung eines Rückkehrers erfolgreich verläuft, gilt es abzuklären:

- Wie geht es dem Rückkehrer mit der neuen Lebens- und Arbeitssituation?

- Was hat sich verändert?

- Wo sind eventuell noch Unsicherheiten da und wie können diese behoben werden?

- Wo benötigt der Rückkehrer noch Unterstützung?

Generell können Unternehmen einiges dazu beitragen, Arbeitsplätze für Rückkehrer attraktiv zu gestalten. Damit beispielsweise wertvolle Mitarbeiter durch eine Babypause nicht verloren gehen, können Unternehmen mit flexiblen Arbeitszeitmodellen oder einem Platz im Betriebskindergarten gegensteuern.

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